PANEL: Sudan Beyond the Headlines – Cinema, Memory and Resistance
Aula der KHM Ticketshop
PANEL: Sudan Beyond the Headlines – Cinema, Memory and Resistance
Der andauernde Krieg im Sudan hat eine der verheerendsten humanitären Krisen weltweit ausgelöst – und doch bleiben die Stimmen sudanesischer Filmschaffender allzu oft ungehört. Dieses Panel versammelt Filmemacher und Künstler, die inmitten von Krieg und Vertreibung arbeiten. Ihre Filme bewahren Erinnerung, Widerstand und kulturelles Überleben gegen das Vergessen. Erinnerung wird hier zu einem Akt der Gerechtigkeit. Sie laden uns ein, sudanesische Filmschaffende nicht nur als Zeugen der Geschichte zu betrachten, sondern als Künstler, deren Arbeiten es verdienen, über die Dringlichkeit der Krise hinaus wahrgenommen zu werden. Wie verändert der Krieg die Geschichten, die wir erzählen? Was geschieht mit dem Filmemachen, wenn Archive zerstört und Exil zur Realität wird?
Mit Ibrahim Omar, Ibrahim Snoopy, Ronnie Vitalia & Suzannah Mirghani
Sprache: Englisch
PANEL: Sudan Beyond the Headlines – Cinema, Memory and Resistance , , 90 min
Gäste
Ibrahim Omar ist ein sudanesischer Regisseur und Absolvent des Höheren Instituts für Film in Kairo. Er gründete die Port Sudan Film Days, die Filmzeitschrift Short sowie das gemeinnützige Sudan Film Institute. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Trilogie THE POST-EVENT / TRAUMA, die die Gegenwart des Sudan anhand des Konzepts der „angehaltenen Zeit“ untersucht. NOTHING HAPPENS AFTER THAT gewann den Jurypreis beim Internationalen Kurzfilmfestival Oberhausen, NOTHING HAPPENS AFTER THE REVOLUTION lief im Wettbewerb Burning Lights bei Visions du Réel (2026) und NOTHING HAPPENS AFTER YOUR ABSENCE (2026) wurde für die Quinzaine des Cinéastes in Cannes ausgewählt.
Ibrahim Snoopy, ein sudanesischer Filmemacher, Geschichtenerzähler und Kameramann konzentriert sich auf Themen wie Identität, Vertreibung und Widerstandsfähigkeit. Sein Debütspielfilm KHARTOUM war der erste sudanesische Film, der in Sundance und auf der Berlinale uraufgeführt wurde, wo er den Friedenspreis gewann. Er betreute Filmemacher:innen in Ostafrika und leitete Workshops über mobiles Filmemachen, Storytelling und Produktionstechniken, insbesondere für Geflüchtete und in Hochrisikogebieten, die reich an unerzählten Geschichten sind. Er setzt sich für eine nachhaltige, gemeinschaftsorientierte Filmproduktion ein und engagiert sich für die nächste Generation von Geschichtenerzähler:innen, insbesondere die, die keinen Zugang zu einer formalen Ausbildung haben.
Ronnie Vitalia, eine sudanesische Schwarze Feministin und afropolitische Autorin, setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der Rechte von afrikanischen LGBTQIA+-Personen und Frauen ein. Ronnie verbindet ihre Liebe zur Kunst mit Engagement für soziale Gerechtigkeit. Durch ihr Schreiben und ihre kuratorischen Projekte erforscht sie afrikanische queere Identitäten und fördert Vielfalt im Kino und in der kulturellen Produktion. Mit vielfältigen Erfahrungen, darunter Tätigkeiten in der Berliner Kulturszene und Beiträge zu queerfeministischen Plattformen, beschäftigt sich ihre Arbeit mit Themen wie Sichtbarkeit, Identität und Resilienz – häufig im Kontext globaler Konflikte und sozialer Ungerechtigkeit.
Suzannah Mirghani ist Autorin, Forscherin und Absolventin der Medien- und Museumswissenschaften. Sie ist Autorin, Regisseurin und Produzentin von AL-SIT (2020), der 48 Auszeichnungen gewann, darunter den Canal+-Preis beim Clermont-Ferrand Short Film Festival 2021 sowie sechs für den Oscar qualifizierende Preise u,a, beim Tampere Film Festival, New Orleans Film Festival, AFI Fest und Interfilm Berlin. Ihre Social-Media-Satire VIRTUAL VOICE (2021) wurde beim Tribeca Film Festival uraufgeführt; und KAMALA IBRAHIM ISHAG: STATES OF ONENESS (2022) wurde von den Serpentine Galleries in Auftrag gegeben. Ihr erster Spielfilm COTTON QUEEN feierte 2025 Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig.